Epipactis muelleri Godfery

Müllers Stendelwurz

Beschreibung:
Kräftige Stendelwurz, bis 60 cm hoch, Stengel fein flaumig behaart. Stengelblätter schmal, sichelförmig nach unten gebogen, bei schattigem Stand erheblich breiter. Blüten meist weißlich grün, glockenartig nach unten hängend, schüsselförmiges Hypochil, am Grund dunkel, braun, nektarführend. Epichil weiß, manchmal mit zartrosa Anflug, herzförmig, zugespitzt (bei var. peitzii scharf zugespitzt). Autogam, keine Klebdrüse vorhanden.

Auffällig ist in Angängigkeit vom Wuchsort die Variation des Habitus, die bei sonnigem Wuchsort dichte Ähre wird locker, die Blätter werden viel größer, nähern sich Epipactis helleborine an. Mit Epipactis peitzii ist eine solche Lokal-Variante sogar im Artrang beschrieben worden. Die Blütenstruktur bleibt aber weitgehend konstant.

Verbreitung:
In Deutschland bei strenger Bindung an Kalk entsprechend der Geologie verbreitet. Typischerweise besiedelt sie sonnige, verbuschte Kalkhalbtrockenrasen, besiedelt aber auch den Kalkbuchenwald, wo dann die erwähnten Schattenformen zu finden sind. Teilweise läßt sich zeigen, daß diese Wuchsorte früher waldfrei waren.
Gefährdung:
Die Art ist relativ selten, aber verbreitet. Veränderungen ihrer Wuchsorte, z.B. durch Aufforstung mit Fichten führen zu ihrem Verschwinden. Da die Populationen meist nur klein sind, wirken sich solche lokalen Maßnahmen relativ stark auf den Bestand der Art aus.
Bemerkungen:
Die Art bildet mancherorten Mischpopulationen mit Epipactis helleborine aus.

 

Blütenähre und Einzelblüten

 

 

 

Ganzpflanzen der Normalform, Blütenährenausschnitt und Blütenstand einer Schattenform.