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Die Vogelnestwurz ist eine der in Deutschland auch heute
noch wirklich häufigen Orchideen, die in Gebieten mit kalkreichem
Untergrund vorkommt. Sie ist kommt in Europa von Skandinavien
durch die Gebirge des nördlichen Balkans bis in die Nordtürkei
vor. Die Verbreitungskarte unterstreicht diese Aussagen. Sie
wächst an schattigen bis leicht sonnigen Orten in Kalkbuchenwäldern,
kommt aber auch in Kiefernwäldern vor. Sie treibt Mitte
bis Ende April an, um diese Zeit kann man die knospigen Blütenstände,
die an Pilze erinnern, im Laub finden. Ihre Blütezeit beginnt
Mitte Mai, kann sich aber bis in den Juli bei höher gelegenen
Alpenstandorten erstrecken.
Sie ist eine der Orchideen, die immer in enger Lebensgemeinschaft
mit Bodenpilzen verbunden bleibt, von denen sie auch ihre Nährstoffe
bezieht. Um diese Lebensweise auch als stattliche, erwachsene
Pflanze aufrecht erhalten zu können, hat sie ein in sich
stark verzweigtes, unterirdisches Wurzelgeflecht (Rhizom), das
die Kontaktfläche zu den Pilzen bildet. Durch diese Ernährungsweise
braucht sie keine grünen Pflanzenteile, kein Chlorophyll,
die ganze Pflanze ist im Normalfall hellbraun bis kräftig
braun gefärbt. Nur bei sehr sonnigem Stand sieht man manchmal
einen grünen Anflug. Selten sind Farbvarianten, die dann
schwefelgelb oder auch schneeweiß gefärbt sein können.
Sie hat einen praktisch immer vollständigen Fruchtansatz,
was auf Selbstbestäubung hindeutet, man kann aber auch beobachten,
daß z.B. Ameisen den in einer Vertiefung der Lippe gebildeten
Nektar aufnehmen, dabei auch Teile der krümeligen Pollenmassen,
so daß auch Fremdbestäubung vorkommt. |